Was ist Kynologie?

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Der Begriff Kynologie stammt aus dem Griechischen: kyōn beziehungsweise kynos bedeutet Hund, logos bezeichnet die Lehre.

Kynologie ist entsprechend die Lehre vom Hund.

Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine einzelne, klar abgegrenzte wissenschaftliche Disziplin wie beispielsweise Biochemie oder Genetik. Kynologie greift vielmehr auf Erkenntnisse unterschiedlicher Fachrichtungen zurück.

Dazu gehören unter anderem Evolutionsbiologie, Zoologie, Ethologie und Verhaltensbiologie, Genetik, Veterinärmedizin, Archäozoologie sowie Erkenntnisse über die Mensch-Tier-Beziehung.

Im weiteren kynologischen Verständnis beschäftigen wir uns beispielsweise mit der stammesgeschichtlichen Herkunft des Hundes, seiner Domestikation, seiner Entwicklung, seinem Verhalten und seiner Kommunikation, seiner Haltung und Gesundheit, seiner Ausbildung sowie mit Rassen und Zucht.

Für Hundetrainer bildet die Kynologie damit ein wichtiges Fundament.

Denn bevor wir Verhalten erklären wollen, sollten wir wissen, mit welchem Lebewesen wir es zu tun haben und wie dieses Lebewesen zu dem geworden ist, was heute vor uns steht.

Und dabei begegnet uns bereits eine der wichtigsten Regeln dieser Ausbildung:

Eine gute Erklärung von Verhalten braucht mehrere Ebenen.

Die Evolution kann uns erklären, warum bestimmte Verhaltensmöglichkeiten überhaupt existieren. Genetik kann etwas über individuelle Voraussetzungen beitragen. Entwicklung und Sozialisation beeinflussen, wie diese Voraussetzungen ausgestaltet werden. Erfahrungen und Lernprozesse verändern Verhalten weiter. Gesundheit, aktueller körperlicher Zustand, Emotionen und Umwelt beeinflussen schließlich, welches Verhalten wir in einer konkreten Situation beobachten.

Kynologie liefert uns also keine einfache Bedienungsanleitung für den Hund.

Sie liefert uns einen Teil seines biologischen Hintergrundes.

Pleistozäner Wolf (Canis lupus). Während des späten Pleistozäns existierten unterschiedliche Wolfspopulationen mit teils deutlich von heutigen Populationen abweichender Morphologie. Aus einer bislang nicht eindeutig identifizierten pleistozänen Wolfspopulation entwickelte sich die Abstammungslinie des Haushundes. Die Abbildung ist eine künstlerische Rekonstruktion und stellt kein gesichertes Erscheinungsbild des unmittelbaren Hundevorfahren dar. (Bildquelle: Rekonstruktion via Gemini Notebook)