
Die ersten Schritte, damit meinen wir nicht nur ihre ersten Krabbelversuche auf vier Pfoten. Was, unter uns gesagt, schneller geht als man denkt und unglaublich niedlich ist. Nein, wir meinen die ersten Schritte von allem. Das erste Gucken, das erste Mal aus der Wurfbox kommen, das erste laute Geräusch, der erste Ausflug. Wir hatten ja schon im vorangegangenen Beitrag über die Sozialisierung gesprochen. In diesem Beitrag erhaltet Ihr darüber einen Einblick, was euer Welpe vielleicht alles schon erlebt haben könnte, am Beispiel unserer Portiedoodle. Nutzt dies bei den Kennlerngesprächen mit Euren Züchtern, fragt sie, was Euer Welpe in spe so alles erlebt und stellt fest, ob der Hund, den Ihr euch dort anguckt, wirklich in Euer Leben passt. Nicht nur die Rasse(-mischung), nein, auch die Art und Weise des Aufwachsens.
Das Licht der Welt
Unsere Spürnasen kommen mit einem ausgeprägten Geruchssinn, aber blind und taub zur Welt. Anfangs sind sie auf die Wärme von Mama und ihren Geschwistern angewiesen. Oftmals befindet sich auch zusätzlich eine Wärmelampe in der Wurfbox. Zunächst heißt es also schlafen, trinken, schlafen, trinken und beim Lösen hilft Mama. In der ersten Zeit wachsen sie und ab den 10. Lebenstag können sich Augen und Ohren öffnen. Auch die Motorik wird geübt und durch die Gegend gerobbt. Mit zwei bis drei Wochen sehen die Kleinen nun also die Welt und beginnen diese im kleinen Radius zu erkunden. Das Abenteuer beginnt.
Die Sozialisierung

Die kleinen Puschel haben eine angeborene Neugierde und die Anlagen für Stress und Angst beginnen sich erst später zu entwickeln. Sie sind ein weißes Blatt und es wird bunter mit jeder Erfahrung, welche sie machen dürfen. Brauchen sie diese Erfahrung? Ja. Warum? Damit sie souverän und sicher in ihrer – in unserer – Welt leben können. Vereinfacht gesagt: Sie sind hilfsbedürftig und alles, was sie Erleben und es ihnen weiterhin gut geht, wird als “ist ok” abgespeichert und das macht das Zusammenleben entspannt möglich. Denn: die Angst vor Unbekannten nimmt zu, die kognitive Leistung ebenso, welche die Umgebung und das Erlebte in Verhältnisse setzt. Noch nie ein Auto gesehen? Woher soll ein Hund mit 14 Wochen, dessen Angst gerade ausgeprägt wurde, wissen, dass es einem nichts tut? Die Geschwister sind weg, Mama auch und uns lernen sie gerade erst kennen – hinzu kommen lauter neue Umstände, die mehr oder weniger bekannt zum Geburtsort sind. Stress.
Sicherlich ist es auch eine Typfrage, wie der junge Hund alleine mit neuen Erfahrungen umgeht und eine Garantie gibt es nie. Wer jedoch sicherer gehen möchte, einen stressfreien, zufriedenen Hund zum Familienmitglied zu gewinnen, der achtet genau jetzt auf das Aufwachsen beim Züchter und was dieser mit den Welpen so erlebt.
Schritt für Schritt
Für ein entspanntes Zusammenleben unserer Hunde mit ihren Familien wachsen unsere Hunde zunächst in einem Zimmer mitten im Wohnraum auf. Wir bewegen uns nicht auf Zehnspitzen, sondern machen alles wie bisher. Wir hören Musik, wir saugen Staub. Es knallt auch mal eine Tür. Sie bekommen in ihr Reich natürlich Hundespielzeug, Decken, Körbchen und ein Stück Wiese zum Lösen. Doch damit nicht genug, liegt auch mal eine angeschnittene Orange im Zimmer oder eine Flasche. Auch Transportboxen aus Gitterstäben oder Stoff stehen den Welpen zum Erkunden zur Verfügung. Denn wir wünschen uns, dass die Kleinen gerne ins Auto steigen oder einen Rückzugsort im Büro annehmen. Angst vor Enge oder Dunkelheit wollen wir verhindern. Die Spielmaterialien erzeugen auch verschiedene Geräusche, quietschen, klingeln oder rascheln. Wir bauen einen Balkon mit Brücke aus Pappe, damit die Welpen klettern, Höhe kennenlernen und wackelnde Untergründe üben können. Und natürlich kommen unsere Welpen auch raus aus dem Zimmer. Sie lernen das Rudel kennen, üben sich in Kommunikation. Dürfen alle Wohnräume erkunden, lernen, was sie anknabbern dürfen und was nicht. Getreu nach dem Motto “use it or lose it” bringen wir alles an optischen, olfaktorischen und sensorischen Gegenständen zu den Welpen in die vertraute Umgebung und lassen die gesamte Wohnung erkunden. Auch mit 8 Welpen geht das. 😉
Da der Beitrag nun schon länger wird als geplant, werden wir auf verschiedene Ereignisse und präventive Maßnahmen separat eingehen, was wir warum tun oder unterlassen. Bis bald.